Lehm, Kuhdung, Stroh und gebrauchte Fenster: Wie die Baukultur von gestern das Klima von morgen rettet!
Was passiert, wenn traditionelle Bauweisen auf moderne Wohnansprüche treffen? Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist der Lehmhof in Mitterretzbach, geplant von Lehmarchitekt Andreas Breuss. Ein rund 150 Jahre alter landwirtschaftlicher Hof wurde dabei behutsam saniert und in ein modernes Wohnhaus transformiert – mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und gesundes Raumklima.

Ziel war es, ein möglichst CO₂-neutrales Haus zu realisieren – mit ökologischen und regional verfügbaren Baumaterialien. Die bestehende Substanz aus Lehm, Steinen und Ziegel wurde konsequent erhalten und mit natürlichen Materialien ergänzt.
Bei der Sanierung wurde bewusst auf Beton, Kunststoffe, chemische Imprägnierungen und synthetische Dämmstoffe verzichtet. Stattdessen kamen
ausschließlich diffusionsoffene Materialien zum Einsatz, die den Feuchtigkeitsaustausch unterstützen und die positiven Eigenschaften des
Lehms bewahren. Ergänzt wurde das Konzept durch eine Decke aus unbehandelten Kieferbrettern sowie eine Dämmung aus gepressten
Strohballen. So entstand ein Zuhause mit außergewöhnlichem Raumklima: Die massiven Lehmwände speichern Wärme im Winter und sorgen im Sommer für angenehme Kühle – ganz ohne zusätzliche Technik.
Doch das Projekt endet nicht bei der Sanierung: Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen wird die bestehende Struktur aktuell um einen innovativen Neubau erweitert. Dieser entsteht ebenfalls aus natürlichen Materialien wie Lehm und Holz und wird auf Stelzen errichtet – wodurch keine zusätzliche Flächenversiegelung notwendig ist.
Ein besonders spannender Aspekt: Für den Neubau werden ausschließlich wiederverwendete Fenstereingesetzt. Die Anordnung folgt dabei
nicht einem klassischen architektonischen Raster, sondern den verfügbaren Materialien – ganz im Sinne einer „Peterburger Hängung“. Architektur folgt hier konsequent der Ressource.
Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Projekt nicht nur die Wahl der richtigen Baustoffe, sondern auch ein radikales Umdenken im Umgang mit bestehenden Materialien und Strukturen.
Wir freuen uns besonders, Teil dieses außergewöhnlichen Projekts gewesen zu sein und mit unseren KAPO Fenstern zur Verbindung von natürlichem Bauen, Wiederverwendung und modernem Wohnkomfort beigetragen zu haben.
Denn gutes Wohnen beginnt mit durchdachten Materialien – und den richtigen Entscheidungen für die Zukunft.
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