Investors Lounge in Salzburg: Wachstum mit eingebautem Realitäts-Check
Es war einer dieser heißen Juniabende, an denen viele draußen sitzen würden. Stattdessen füllte sich am 23. Juni bei der CONDA Investors Lounge das Designstudio von KISKA im Salzburger Anif mit Anleger:innen und Wirtschaftsvertreter:innen., die einen genaueren Blick auf den österreichischen Mittelstand werfen wollten.
Gastgeberin Clara Kendler, Client Director und verantwortlich für den Bereich Kommunikation bei KISKA, stellte das Haus kurz vor. KISKA wurde 1990 von Gerald Kiska gegründet und verbindet heute Strategie, Design und Kommunikation unter einem Dach, von der Markenstrategie über Produkt- und Transportation Design bis zur Aktivierung am Markt. Hinter den Wänden des Veranstaltungsraums, so verriet sie, sitzt eines der Herzstücke des Standorts: ein großes Designteam.
Durch den Abend führte Daniel Horak, Co-CEO und Co-Founder von CONDA. Seine Leitfrage setzte den Ton für die folgende Podiumsdiskussion: Es gehe bewusst um den passenden Finanzierungsmix für den jeweiligen Wachstumsschritt und dieser ist wichtiger denn je. „Die schönsten Investitionen waren die, die wir aus dem Cash gemacht haben, wo wir niemanden fragen haben müssen.“, sagte Wolfgang Burgschwaiger, Hotelier und geschäftsführender Gesellschafter von Übergossene Alm Resort mit etwas Wehmut. Für die geplante Wellness-Erweiterung des Resorts, das seine Familie seit 1964 führt, reicht das längst nicht mehr. Aus der Jausenstation des Vaters mit sieben Zimmern und 20 Sitzplätzen ist ein 78-Zimmer-Hotel geworden, der nächste Schritt verlangt nun einen Mix aus Bankkredit und einer Anleihe, bei der Anleger:innen zwischen Geldzins und einem Sachzins in Form von Hotelgutscheinen wählen können. Warum überhaupt dieser Aufwand? „Machen tun wir es nicht, weil wir wollen. Machen tun wir es, weil es die Gäste fordern und der Mitbewerb.“
Bei Gerhard Wimmer, CEO von SkyGate Aviation Academy, ist es die schiere Nachfrage, die seinen aktuellen Wachstumsschritt erzwingt. Seit 16 Jahren bildet SkyGate Verkehrspilot:innen aus, bisher gewachsen aus dem eigenen Cashflow. Inzwischen aber platzen die Kapazitäten: „Wir haben derzeit ca. die 20-fache Nachfrage nach dem, was wir bedienen können. Für 50 Ausbildungsplätze haben wir 1.000 bis 1.200 Bewerbungen.“
Christian Hörl, Geschäftsführer der myvita Gruppe und Mitgründer von MYGYM, nutzt den Weg über CONDA bereits zum zweiten Mal. Die erste Runde, so erzählte er, habe vor allem etwas bewiesen: Erst als sie abgeschlossen war, kamen Kund:innen auf ihn zu und sagten, jetzt hätten sie verstanden, worum es geht, und wollten beim nächsten Mal dabei sein.
Optimismus, aber mit offenen Augen
Alle drei Unternehmen sind in Wachstumslaune und spüren, dass sie etwas bewegen können. Zugleich sind sie sich bewusst, dass sie wie alle mit wirtschaftlichen Herausforderungen leben müssen, von steigenden Preisen bis zu politischen Unwägbarkeiten. Wie man darauf reagiert? Gar nicht im Klein-Klein, lautete der Tenor, sondern indem man den eigenen Weg konsequent weitergeht. „Uns betreffen diese Krisen derzeit nur durch die Treibstoffpreise, die wir leider an die Kund:innen weitergeben müssen.“, sagte Gerhard Wimmer. Christian Hörl verwies auf eine Nachfrage nach Fitness und Wohlbefinden, die „ungebrochen stark“ wachse. Und Wolfgang Burgschwaiger, der viele deutsche Gäste empfängt und die gedrückte Stimmung kennt, machte deutlich, woran er sich festhält: „Was mich antreibt, ist eigentlich das große Bild. Ich sehe unsere Investition, ich sehe unsere Gäste, und daran glaube ich.“ „Ich habe gesagt, ich mache nie in meinem Leben in Wien was“, gestand er und erntete Gelächter. Dass es nun doch so kommt, liegt an einem neuen Konzept: einem Hyrox-Lab, gemeinsam mit dem aktuellen Weltrekordmann der neuen Sportart, Alexander Rončević, bei der Sportler 8km laufen und nach jedem Kilometer Kraftübungen absolvieren.
Wer bei der Investors Lounge dabei war und den anschließenden Pitches lauschte, lernte Unternehmer:innen kennen, die mit offenen Augen investieren und trotz aller Unsicherheit für Ihre Sache einstehen.
Foto: Christian Streili
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