Inside oekostrom: 10 Fragen an Vorstandsmitglied Ulrich Streibl
Interview zur oekostrom AG energy group Kapitalerhöhung 2026 mit Ulrich Streibl
Die oekostrom AG energy group ist seit 27 Jahren am Markt, versorgt über 106.000 Kund:innen und betreibt rund 130 MW installierte Leistung in vier Ländern. Seit 1. Oktober läuft die Kapitalerhöhung 2026, Investor:innen können die Aktie auch über CONDA Capital Market zeichnen.
Wir haben mit Ulrich Streibl, Sprecher des Vorstands, über das gesprochen, was nicht auf der Emissionsseite steht: Was sich nach Jahren bei OMV und E.ON in einem reinen Ökostromanbieter verändert, was für eine Dividende im Jahr 2027 passieren müsste, ob eine Börsennotierung ein Thema ist und wie das Unternehmen Rechenzentren, Energiegemeinschaften und die Debatte in Deutschland einschätzt. Seine Antworten lesen Sie hier.

Sie haben viele Jahre für die OMV und für Tochtergesellschaften von E.ON gearbeitet, bevor Sie zu einem reinen Ökostromanbieter gewechselt sind. Was hat sich für Sie dabei am meisten verändert?
Erneuerbare Energien sind die Zukunft. Es macht mir Freude, meine Erfahrung und meine Zeit in ein Wachstumsfeld zu investieren. So kann ich ökologisch sinnvolles Handeln mit wirtschaftlichem Tun verbinden und gleichzeitig Beiträge zum Klimaschutz und zum Wirtschaftswachstum leisten. Geändert hat sich für mich gegenüber meinen bisherigen Jobs in großen Konzernen, dass jede Entscheidung, jede Aktion unmittelbar spürbar ist und einen positiven Beitrag zur Entwicklung der oekostrom AG und unserer Mission – einer erneuerbaren Zukunft jetzt und für uns alle – leistet.
Was müsste passieren, damit die oekostrom AG schon 2027 wieder eine Dividende zahlt?
Die im ersten Halbjahr gezeigte Erholung beim Konzernergebnis müsste sich im zweiten Halbjahr bestätigen.
Ist eine echte Börsennotierung der Aktie langfristig ein Thema, oder bleibt der Handel dauerhaft über das interne Aktienportal?
Eine Notierung an einer öffentlichen Börse ist mittelfristig ein Thema. Die Voraussetzungen dazu sind zu einem guten Teil erfüllt, an den noch fehlenden Themen wird in nächster Zeit gearbeitet.
Wie stark hat der staatliche Energiekrisenbeitrag Ihre Zahlen zuletzt belastet?
Aufgrund der hohen Investitionen in Erneuerbaren Energieanlagen in den letzten Jahren und den damit verbundenen Absetzbeträgen war die Belastung zuletzt niedrig.
Was bringt der deutsche Partner ins Joint Venture HandelGrün ein, was oekostrom allein nicht könnte?
Alle drei Partner bringen ein wesentlich größeres Kraftwerksportfolio aus Erneuerbaren Energieanlagen mit. Durch die zukünftige Vermarktung dieser Anlagen verfügt das Joint Venture von Anfang an über eine solide Grundauslastung.
Rechenzentren und künstliche Intelligenz gelten als neue Stromfresser. Spüren Sie diese Nachfrage schon im eigenen Geschäft?
Aktuell spüren wir die gestiegene Nachfrage nach Rechenzentren und künstliche Intelligenz noch nicht in unserem Geschäft, rechnen aber damit in den nächsten Jahren.
Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz soll Energiegemeinschaften stärken. Verändert das Ihr Geschäft mit Privatkund:innen?
Unser Geschäft mit Privatkund:innen wird in einem gewissen Ausmaß dadurch beeinflusst, weil sich dadurch das Verbrauchsverhalten einzelner Kund:innen verändern kann. Wir setzen uns intensiv mit den Entwicklungen rund um Energiegemeinschaften auseinander und arbeiten daran, die sich daraus ergebenden Risiken zu minimieren sowie neue Chancen zu ergreifen.
Ihr Aufsichtsratsvorsitzender war von 2009 bis 2020 CEO der VERBUND AG und koordiniert heute den Wiederaufbau der Ukraine. Profitiert die oekostrom AG von diesem Netzwerk?
Das Netzwerk unseres Aufsichtsratsvorsitzenden sowie aller anderen Aufsichtsratsmitglieder ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die oekostrom AG.
Deutschland diskutiert gerade intensiv über Netzentgelte und Energiepolitik. Wie riskant ist Ihr Wachstum dort gerade jetzt?
Für unsere Bestandsanlagen in Deutschland sowie die HandelGrün sehen wir die aktuellen Diskussionen mit wenig Einfluss auf unser Geschäft. Für den zukünftigen Bau weiterer Anlagen in Deutschland verfolgen wir die Diskussionen genau und werden ihren Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit bei jedem neuen Projekt berücksichtigen.
Sehen Sie im schwierigen Marktumfeld für kleinere Anbieter auch eine Chance, selbst zu übernehmen?
Speziell im Vertrieb in Österreich sehen wir aktuell entsprechende Chancen.
Das Gespräch zeigt, wie das Management die Lage der oekostrom AG energy group einschätzt. Alle Kennzahlen, das Management-Team, den Prospekt und das Anlagebasisinformationsblatt finden Sie auf der Emissionsseite.
Die Zeichnungsfrist läuft noch bis 06.11.2026.
Noch mehr Fragen an das Management?
Am Montag, den 19. Oktober, von 18:00 bis 19:00 Uhr geben Ulrich Streibl und Jan Häupler im Webinar zur Folgeemission einen Überblick und beantworten Ihre Fragen. Hier geht es zur Anmeldung.
Bitte beachten Sie: Der Erwerb dieser Anlageform ist mit Risiken verbunden, einschließlich des teilweisen oder vollständigen Verlusts des angelegten Geldes. Informieren Sie sich vor einer Anlageentscheidung sorgfältig im Prospekt und im Anlagebasisinformationsblatt.
Deutsch
