Der Bedarf an Erneuerbaren Energien steigt: Wie Unternehmen die Energiewende gestalten

Künstliche Intelligenz und der Ausbau von Rechenzentren, Elektromobilität, Wärmepumpen sowie die zunehmende Elektrifizierung industrieller Prozesse gelten als wichtige Treiber des künftigen Strombedarfs. Gleichzeitig spielt Erdgas in der deutschen Industrie weiterhin eine bedeutende Rolle; vor allem bei der Erzeugung von Prozesswärme, bei der betrieblichen Stromerzeugung und als Rohstoff. Für Wirtschaft und Industrie gewinnt deshalb die Planbarkeit von Energiepreisen und Versorgung zunehmend an Bedeutung.

 

Steigender Strombedarf und volatile Preise

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) rechnet für Deutschland bis 2030 mit einem Bruttostromverbrauch von rund 680 Terawattstunden. In seinem oberen Szenario entfallen davon 48 Terawattstunden auf Elektrofahrzeuge, 41 Terawattstunden auf Wärmepumpen, 28 Terawattstunden auf Elektrolyseure und 21 Terawattstunden auf industrielle Elektrokessel. Zusätzlich berücksichtigt die Analyse einen wachsenden Strombedarf von Rechenzentren.

Parallel dazu haben die Schwankungen am Stromgroßhandelsmarkt zugenommen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur traten 2025 in 573 von insgesamt 8.760 Stunden negative Großhandelspreise auf. Im Vorjahr waren es noch 457 Stunden gewesen. Negative Preise entstehen insbesondere dann, wenn eine hohe Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen auf eine geringe oder wenig flexible Nachfrage trifft. Gleichzeitig lag der durchschnittliche Day-Ahead-Preis 2025 mit 89,32 Euro je Megawattstunde über dem Vorjahreswert.

Auch die Entwicklung auf den internationalen Gasmärkten bleibt für Industrieunternehmen relevant. Erdgas war 2024 mit einem Anteil von 29,2 Prozent weiterhin der wichtigste Energieträger der deutschen Industrie. Unternehmen können einen Teil ihrer Preisrisiken über längerfristige Lieferverträge und Termingeschäfte absichern. Solche Strategien erhöhen die Kalkulierbarkeit, erfordern jedoch ein aktives Energie- und Risikomanagement.

Wachstum mit Erneuerbaren Energien

Die Super Power Generation entwickelt, realisiert und betreibt Projekte zur erneuerbaren Energieerzeugung und -speicherung. Das Spektrum reicht von Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen bis zu Batteriespeichern. Die erzeugte Energie wird unter anderem über langfristige Stromabnahmeverträge und Energiegemeinschaften vermarktet.

Geschäftsführer Peter Gönitzer war zuvor Geschäftsführer der Wien Energie und Finanzdirektor der Wiener Stadtwerke Holding AG. „Die zentrale Idee der Super Power Generation ist es, wachstumsorientierte erneuerbare Energieerzeugungs- und Speicheranlagen mit planbaren, langfristigen Erträgen zu finanzieren und damit einen wertvollen Beitrag zur Energiewende mit hoher Rentabilität zu leisten.“ Im Unternehmensverbund wurden bereits Projekte in Gnas, Weinburg, Gablitz und Wals umgesetzt beziehungsweise finanziert. Dazu gehören eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft in Gnas, Photovoltaikanlagen in Weinburg und Gablitz sowie eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage am Standort Wals. Über die Super Power Generation Anleihe 2.0 sollen weitere Projekte aus der bestehenden Pipeline mitfinanziert werden.

PVAU setzt an einem anderen Punkt der Energiewende an, bei den privaten Verbrauchern: Das Unternehmen aus Oyten in Niedersachsen montiert Photovoltaik- und Wärmepumpensysteme im Auftrag größerer Vertriebsgesellschaften. Damit adressiert PVAU den Bedarf an verlässlichen und skalierbaren Installationskapazitäten.

Nach Angaben in der Emissionsankündigung hat PVAU bislang mehr als 2.000 Photovoltaikprojekte und über 150 Wärmepumpeninstallationen realisiert. Das Unternehmen arbeitet demnach mit mehr als 20 Großkunden zusammen. Die auf Rahmenverträgen beruhende Auftragspipeline für 2026 wird mit mehr als 30 Millionen Euro angegeben. Das eingeworbene Kapital soll vor allem zur Vorfinanzierung weiterer Montageteams sowie zum Ausbau der Akademie und der Softwareplattform eingesetzt werden. Die endgültigen Konditionen zu Zinssatz, Laufzeit und Mindestzeichnung sollen mit dem offiziellen Start der Emission veröffentlicht werden.

Eternal Power konzentriert sich auf Anwendungen, die nur schwer direkt elektrifiziert werden können. Das Hamburger Unternehmen entwickelt großskalige Projekte für grünen Wasserstoff und Wasserstoffderivate, die unter anderem in der Stahl- und Chemieindustrie, der Schifffahrt und im Luftverkehr eingesetzt werden können. Zu den Vorhaben gehört das Projekt Dummerstorf in Mecklenburg-Vorpommern. Mit einer geplanten Elektrolyseleistung von 80 bis 380 Megawatt zählt es nach Unternehmensangaben zu den größten Wasserstoffprojekten Deutschlands.

Dr. Moritz Schwencke, Co-Founder und CEO von Eternal Power, erläutert die Bedeutung der Technologie so: „Grüner Wasserstoff und seine Derivate sind notwendig, um Sektoren, die schwer zu dekarbonisieren sind, CO₂-neutral mit Energie zu versorgen – etwa den Langstreckenflugverkehr, die Schifffahrt sowie die Stahl- und Chemieindustrie. Grüner Wasserstoff ist damit zentral, um unsere Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.“ Eternal Power wurde mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 in der Branche Brennstoffindustrie ausgezeichnet. Die Fachjury würdigte damit den Beitrag des Unternehmens zur Entwicklung und Skalierung von grünem Wasserstoff und entsprechenden Derivaten.

Bausteine für die Versorgung von morgen

Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energie, zusätzliche Installationskapazitäten sowie die Versorgung schwer elektrifizierbarer Industriezweige sind unterschiedliche, aber miteinander verbundene Bausteine der Energiewende. Die drei Unternehmen setzen beziehungsweise planen dabei nachrangige Anleihen, um ergänzend zu klassischen Finanzierungsformen Kapital für ihre Projekte und ihr weiteres Wachstum aufzunehmen.

Für Anleger:innen eröffnet dies die Möglichkeit, gezielt Finanzierungen in unterschiedlichen Bereichen der Energiewende bereitzustellen.


Daniel Koch

Beitrag von

Daniel Koch

in CONDA Capital Market News