COOEE alpin Hotels gewinnt Publikumspreis: Rückblick auf die September-Ausgabe von „Let Them Pitch“

Am 22. September 2026 öffnete der Erste Campus in Wien erneut seine Türen für „Let Them Pitch“. Vier Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum stellten ihre aktuellen Investment Cases vor einem aufmerksamen Publikum vor. Den stärksten Eindruck hinterließ COOEE alpin Hotels, das den Publikumspreis des Abends gewann.

Volles Haus, breites Spektrum

Am 22. September lud CONDA Capital Market wieder zum „Let Them Pitch“ ein, und etwa 80 Investor:innen folgten der Einladung. Der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Unter den Anwesenden befand sich auch eine Schülergruppe der Maygasse Business Academy, die die Pitches interessiert verfolgte.

Für Erheiterung sorgte CONDA-Geschäftsführer Daniel Horak: Er setzte die Vorführgeräte des Pitchers MediaShop effektvoll ein. So läutete er mit einem Laubbläser das strenge Zeitmanagement der Pitches wirkungsvoll ein In nur fünf Minuten pitchten die Emittent:innen ihre Business Case, ihre Vision und ihr Unternehmen direkt vor dem Publikum aus Investor:innen. Der Abend zeigte diesmal die Vielfalt der Unternehmen, die den Weg an den Kapitalmarkt über CONDA gehen.

Gewinnerin des Publikumspreises

COOEE alpin Hotels gewann den Publikumspreis, verbunden mit einem Media-Package des Wirtschaftsmagazins trend. Es ist bereits die zweite Ausgabe in Folge, bei der ein österreichisches Tourismusunternehmen diese Auszeichnung erringt.
Moderator Daniel Horak, Co-CEO und Mitgründer von CONDA, führte durch einen Abend mit Unternehmenspräsentationen, Q&A-Sessions und einem Best-Practice-Gespräch.

Die Betreiberin der Hotels, die 2013 gegründete You Will Like It Group mit Sitz in Wien verbindet drei Geschäftsbereiche unter einem Dach: Investments, Wohn- und Gewerbeentwicklung sowie Hotellerie. Für ein Hotelunternehmen mit zehn Jahren Betriebsgeschichte, drei laufenden Häusern und zwei Projekten in Umsetzung war das eine sportliche Vorgabe. Genau deshalb war der Aufbau des Pitches umgedreht: Am Anfang standen die Konditionen der Anleihe und die Frage, woraus Zinsen und Rückzahlung bedient werden. Erst danach folgte der Beweis über das Geschäftsmodell, die Auslastung der bestehenden Häuser und die beiden neuen Standorte. „Wir haben Ganzjahresbetrieb, haben ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis und werden 2026 erstmals eigenkapitalpositiv sein“, brachte Thomas Schmid, MSc, die Stärke des Geschäftsmodells in seinem Pitch auf den Punkt.

Mit der aktuellen Emission wächst die Gruppe von drei auf fünf Häuser: Ergänzend zu den bestehenden Standorten in Bad Kleinkirchheim, Gosau am Dachstein und St. Johann in Tirol entstehen ein Haus in Kaprun / Zell am See sowie ein Neubau in Bad Goisern / Hallstatt.

Zwei Neustarter und ein Durchstarter

MediaShop und devolo verbindet eine starke Marktpräsenz und wechselvolle Jahre, aus denen beide Unternehmen mit einer klaren Neuausrichtung hervorgegangen sind, die sich nun auch in ihren Zahlen zeigt. „Wir haben alles neu gemacht. Die MediaShop ist wieder profitabel“, brachte es Christoph Bauer in seinem Pitch auf den Punkt. Der TV-Shopping-Spezialist legte für seinen Neustart durch die ONE Spot GmbH laut eigenen Angaben erste messbare Ergebnisse vor: Das operative Geschäft ist demnach bereits cashflow-positiv, für das laufende Geschäftsjahr wird ein Umsatz von rund 36 Millionen Euro angepeilt, mittelfristig sollen es 112 Millionen Euro werden.

Auch devolo, seit 2002 in Aachen ansässig und als Pionier der Powerline-Technologie dafür bekannt, Netzwerke dorthin zu bringen, wo WLAN an seine Grenzen stößt, hat sich neu aufgestellt und trat in Wien mit seiner ersten Anleiheemission über CONDA an die Öffentlichkeit. Mit dem aufgenommenen Kapital sollen neue WiFi-7/8- und Softwareprodukte finanziert sowie Vertrieb und Internationalisierung ausgebaut werden. „Wir haben in Deutschland ein großes Potenzial bei den Glasfaserkabeln. Zudem wird Netzwerksouveränität ein immer wichtigeres Thema: Der Bedarf an europäischen Alternativen wächst“, hob COO Gerrit Harbers in seinem Pitch hervor.

Als jüngstes der drei deutschen Unternehmen liefert die fintechOne mobility mit ihrer Marke flowCar den Durchstarter des Abends: ein digitales Sale-and-Rent-Back-Modell, bei dem Fahrzeughalter:innen ihr Auto online verkaufen und unmittelbar zurückmieten, wobei die Auszahlung noch am selben Tag und ohne klassische Bonitätsprüfung erfolgt. „Wir verstehen uns als Compounding Machine. Das Geschäftsmodell ist aus den Kinderschuhen, und wir sind jetzt am Skalieren“, so Aris K. Zantiotis über das Wachstum des Unternehmens. Laut Unternehmensangaben stieg der Umsatz 2025 um 48 Prozent auf 7,1 Millionen Euro, im ersten Quartal 2026 bereits um 63 Prozent. Seit 2023 wurden über 21,5 Millionen Euro Liquidität an Privatkund:innen ausgezahlt, als Nächstes sollen das Gewerbekundengeschäft und weitere europäische Märkte folgen.

Während MediaShop und devolo damit zeigen, dass ein zweiter Anlauf mit klarer Strategie gelingen kann, zeigt flowCar, wie ein junges digitales Modell binnen kurzer Zeit Fahrt aufnimmt.

oekostrom: Kund:innen als Kapitalgeber:innen

Den Gesprächsrahmen des Abends setzte ein Kamingespräch mit Dr. Ulrich Streibl, Vorstandssprecher von oekostrom. Der Energiemanager bringt über 25 Jahre Branchenerfahrung mit, unter anderem als Strategiechef der OMV und als CFO in der E.ON-Gruppe. „Wir verstehen uns als Publikumsbeteiligungsgesellschaft. Wer jetzt investiert, beteiligt sich am Ausbau der erneuerbaren Energien“, skizzierte Streibl, wie ein Unternehmen seine eigene Kund:innenbasis systematisch in die Finanzierung einbeziehen kann.

Kund:innen könnten bei oekostrom nicht nur Aktionär:innen werden, sondern auch als Prosumer:innen den selbst erzeugten Strom aus ihrer Photovoltaikanlage in die Bilanzgruppe des Unternehmens einspeisen. Dieses Modell der integrierten Kundenbindung und Kundenbeteiligung verdeutlichte, wie Finanzierung und unternehmerische Identität ineinandergreifen können. Seit 2020 prägt Streibl das Unternehmen, das mit über 100.000 Kund:innen und mehr als 40 Kraftwerken in vier Ländern zu den etablierten Anbietern im Bereich erneuerbarer Energien zählt. Für Streibl sollte eine erfolgreiche Kapitalmarktemission nicht losgelöst vom Kerngeschäft gedacht werden, sondern idealerweise aus der bestehenden Beziehung zu Kund:innen herauswachsen.

Ausblick

Die nächste Ausgabe von Let Them Pitch ist am 10. November 2026 im Erste Campus in Wien.

 

 

 

Fotocredits: Ad Boutique, ki-gestützte Bildbearbeitung


Daniel Koch

Beitrag von

Daniel Koch

in CONDA Capital Market News