Inside SKYGATE: 10 Fragen an CEO Gerhard Wimmer

Der weltweite Bedarf an qualifizierten Pilot steigt seit Jahren kontinuierlich. Gleichzeitig stehen viele Flugschulen vor der Herausforderung, moderne Ausbildungskapazitäten überhaupt erst aufzubauen. Genau hier setzt SKYGATE an: Die Salzburger Flugschule hat in den vergangenen Jahren ein digitales und praxisnahes Ausbildungskonzept entwickelt, das heute bereits Bewerber:innen aus dem gesamten DACH-Raum anzieht.

Mit über 1.000 Bewerber:innen pro Jahr und bislang stark begrenzten Ausbildungskapazitäten steht das Unternehmen nun vor dem nächsten Wachstumsschritt. Über die aktuelle Emission auf CONDA Capital Market sollen insbesondere neue Trainingsflugzeuge, Simulatoren und digitale Ausbildungsinfrastruktur finanziert werden. Im Interview spricht CEO Gerhard Wimmer über die Skalierung einer modernen Pilot:innenausbildung, die Rolle von Digitalisierung in der Luftfahrt, den steigenden Bedarf der Airlines — und warum SKYGATE künftig zu den führenden Ausbildungszentren Europas zählen möchte.

 

SKYGATE gibt es seit 2009 und alle bisherigen Investitionen wurden aus dem eigenen Cashflow finanziert. Was hat Sie bewogen, jetzt erstmals externes Kapital aufzunehmen?
Die weltweite Nachfrage nach qualifizierten Nachwuchs-Airlinepilot:innen ist außerordentlich hoch. SKYGATE hat bereits vor mehreren Jahren ein modernes, an digitale Standards angepasstes Ausbildungskonzept entwickelt, das den Flugschüler:innen sowohl eine intensivere theoretische und praktische Ausbildung als auch zusätzliche finanzielle Unterstützungsmodelle bietet. Dadurch positioniert sich SKYGATE deutlich attraktiver als viele Mitbewerber:innen im europäischen Markt.

Auf Basis der positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung der vergangenen Jahre konnten bereits umfangreiche Investitionen aus Eigenmitteln finanziert sowie die Ausbildungskapazitäten sukzessive erweitert werden. Um jedoch die bereits heute bestehende Nachfrage bedienen zu können, wären ohne externes Kapital erhebliche Zeiträume erforderlich, um die notwendigen Investitionen für die geplante Expansion zu realisieren.

Die Aufnahme von externem Kapital ermöglicht es uns, diesen Wachstumsprozess signifikant zu beschleunigen und die geplanten Kapazitätserweiterungen zeitnah umzusetzen.

 

Über 1.000 Bewerber:innen pro Jahr, aber bisher nur 36 Ausbildungsplätze: Wie fühlt es sich an, so viel Nachfrage systematisch ablehnen zu müssen und was ändert sich durch die Emission?
Bis einschließlich 2024 hat SKYGATE jährlich 36 Ausbildungsplätze angeboten. Durch Investitionen aus Eigenmitteln konnte die Kapazität im Jahr 2025 bereits auf 48 Ausbildungsplätze erhöht werden. Auch 2026 werden 48 Flugschüler:innen in die Airlinepilot:innenausbildung aufgenommen.

In den vergangenen Jahren absolvierten jährlich zwischen 1.000 und 1.200 Bewerber:innen die erste Stufe unseres Eignungstestverfahrens. Rund 300 bis 500 Kandidat:innen erfüllen dabei die grundsätzlichen Anforderungen. Nach weiteren mehrstufigen Auswahlverfahren schließen letztlich etwa 150 bis 200 Bewerber:innen das Verfahren erfolgreich nach den hohen Qualitätsstandards von SKYGATE ab.

Bereits heute könnten wir bei entsprechender Verfügbarkeit zusätzlicher Luftfahrzeuge und Flugsimulatoren ein Vielfaches des bisherigen Umsatzes erzielen. Die bestehenden Betriebsräumlichkeiten befinden sich in einem großzügigen Gebäudekomplex und bieten kurzfristig erhebliche Erweiterungsmöglichkeiten. Mit der Emission sollen insbesondere die erforderlichen Eigenmittel für die Finanzierung zusätzlicher Luftfahrzeuge und Flugsimulatoren bereitgestellt werden.

 

SKYGATE setzt aktive Airlinepilot:innen als Lehrpersonal ein. Was bringt das den Schüler:innen konkret — und wie schwierig ist es, diesen Personalpool zu halten?
SKYGATE kombiniert junge Fluglehrer:innen im Basistraining mit hochqualifizierten aktiven Berufspilot:innen renommierter europäischer Fluggesellschaften. Dazu zählen unter anderem Kapitän:innen und Co-Pilot:innen von Lufthansa, Austrian Airlines, Ryanair, Wizz Air, Eurowings und Discover Airlines.

Darüber hinaus unterrichten bei SKYGATE auch erfahrene Pilot:innen aus dem Bereich Business Aviation sowie Frachtfluggesellschaften wie DHL. Ergänzt wird das Team unter anderem durch einen Eurofighter-Pilot:innen der deutschen Bundeswehr im Bereich Aerodynamik.

Besonders hervorzuheben ist, dass ALLE dieser heutigen Instruktor:innen selbst Absolvent:innen von SKYGATE sind. Da SKYGATE über die behördliche Konzession zur Ausbildung von Fluglehrer:innen verfügt, kann der notwendige Nachwuchs langfristig nachhaltig aufgebaut werden. Dieses Modell gewährleistet nicht nur eine hohe Ausbildungsqualität, sondern auch eine starke Identifikation des Lehrpersonals mit der Ausbildungsphilosophie von SKYGATE.

 

Der Markt für Pilot:innenausbildung wächst, weil Airlines weltweit Personal brauchen. Wie direkt ist dieser Zusammenhang für SKYGATE? Gibt es formale Beziehungen zu Airlines oder ist das bisher eher ein indirekter Rückenwind?
Zwischen dem weltweiten Bedarf an Airlinepilot:innen und der Entwicklung von SKYGATE besteht ein unmittelbarer Zusammenhang. Bereits heute sind zahlreiche Absolvent:innen von SKYGATE bei renommierten europäischen Fluggesellschaften tätig. Gleichzeitig genießen Absolvent:innen von SKYGATE innerhalb der Branche einen ausgezeichneten Ruf.

Darüber hinaus bestehen langjährige und sehr gute Beziehungen zu mehreren Businessjet-Luftfahrtunternehmen, bei denen SKYGATE-Absolvent:innen erfolgreich beschäftigt sind. Diese enge Vernetzung mit der Luftfahrtbranche stärkt die Marktposition von SKYGATE nachhaltig.

 

60% des Emissionskapitals fließen in die Flottenerneuerung und -erweiterung. Welche Flugzeuge kommen konkret, und warum genau diese Modelle?
SKYGATE hat sich intensiv mit der Auswahl eines geeigneten Luftfahrzeugherstellers beschäftigt. Über viele Jahre wurden erfolgreich Luftfahrzeuge der Marke Cessna eingesetzt. Da Cessna jedoch keine einmotorigen zweisitzigen Trainingsflugzeuge mehr produziert, wurde eine strategische Neuausrichtung erforderlich.

Mit dem italienischen Hersteller Tecnam wurde ein langfristig idealer Partner gefunden. Bereits vor fünf Jahren wurden die ersten beiden neuen Tecnam-Flugzeuge angeschafft und seither erfolgreich betrieben. Zwei weitere Flugzeuge wurden im vergangenen Jahr bestellt; eines davon wurde bereits ausgeliefert, das zweite wird im Sommer 2026 erwartet.

Ziel ist der Einsatz einer einheitlichen Produktfamilie für sämtliche Ausbildungsstufen — von der Privatpilot:innenausbildung über die Instrumentenflugausbildung bis hin zur Berufspilot:innenausbildung auf mehrmotorigen Luftfahrzeugen. Tecnam bietet hierfür die vollständige erforderliche Produktpalette.

Ein wesentlicher Vorteil liegt zudem in der Standardisierung der Antriebstechnologie. Die vorgesehenen Tecnam-Flugzeuge werden mit identischen ROTAX-Motoren betrieben, wodurch Wartung, Ersatzteilversorgung und Flottenmanagement deutlich effizienter gestaltet werden können.

Darüber hinaus sind die ROTAX-Motoren besonders wirtschaftlich und können mit MOGAS (98 Oktan Superbenzin) betrieben werden, das signifikant günstiger ist als AVGAS 100LL, welches derzeitige Schulungsluftfahrzeuge tanken. Die Einsparungen bei Treibstoff- und Wartungskosten sind so erheblich, dass damit ein Großteil der Leasingraten der neuen Flugzeuge wirtschaftlich kompensiert werden kann.

Geplante Modelle:

  • Tecnam P2008 – Privatpilot:innenausbildung
  • Tecnam P-Mentor – Nacht- und Instrumentenflugausbildung
  • Tecnam P2006T NG – Berufspilot:innenausbildung und Ausbildung auf mehrmotorigen Luftfahrzeugen

 

Die Planungen sehen eine Skalierung von 48 auf 60 und später 72 neue Schüler:innen pro Jahr vor. Was sind die operativen Engpässe auf diesem Weg: Flugzeuge, Lehrpersonal, Infrastruktur?
Die wesentlichen Engpässe der geplanten Expansion liegen aktuell im Bereich der Luftfahrzeuge sowie der Flugsimulatoren. Die Skalierung kann auf einmal aber auch schrittweise erfolgen: Mit jeder zusätzlichen Inbetriebnahme neuer Luftfahrzeuge kann auch die Anzahl der aufgenommenen Flugschüler:innen sukzessive erhöht werden.

Ab einer bestimmten zusätzlichen Kapazität wird ergänzend die Anschaffung weiterer moderner Flugsimulatoren erforderlich. Infrastrukturseitig bestehen bereits heute ausreichende Erweiterungsmöglichkeiten innerhalb der bestehenden Betriebsräumlichkeiten.

 

SKYGATE hat den Umsatz in drei Jahren um 46% gesteigert, ohne externe Finanzierung. Was war der wichtigste Hebel dahinter?
Der wichtigste Wachstumstreiber war die strategische Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells. Während der Corona-Pandemie nutzte SKYGATE die Zeit, um ein modernisiertes Ausbildungssystem zu entwickeln und umfassend zu testen.

Nach der Pandemie konnte unmittelbar mit dem neuen Ausbildungskonzept gestartet werden, was seither zu kontinuierlichen jährlichen Wachstumsraten geführt hat. Ergänzend ermöglichten Investitionen aus Eigenmitteln — insbesondere in die Erweiterung der Trainingsflugzeugflotte — zusätzliche Ausbildungskapazitäten und die Aufnahme weiterer Flugschüler:innen, wodurch die Umsätze nachhaltig gesteigert werden konnten.

 

Digitale Trainingsprogramme und Glascockpits sind Teil der Investitionsagenda. Wie verändert Digitalisierung die Pilot:innenausbildung und welche Rolle soll SKYGATE dabei langfristig spielen?
Der Name SKYGATE steht seit vielen Jahren für Innovation in der Ausbildung von Verkehrsflugzeugführer:innen. Innerhalb Europas gibt es derzeit kaum einen Anbieter, der ein vergleichbares Ausbildungsmodell in dieser Form anbietet.

Daher war es ein konsequenter Schritt, frühzeitig eine Vorreiterrolle im Bereich der digitalen Pilot:innenausbildung einzunehmen. SKYGATE plant nicht nur die Anschaffung neuer digital ausgestatteter Luftfahrzeuge mit modernen Glascockpits, sondern auch die schrittweise Ablöse der bestehenden analogen Flotte durch moderne digitale Trainingsflugzeuge.

Ergänzt wird dieses Konzept durch moderne Flugsimulatoren sowie zukunftsweisende eLearning-Systeme, die den theoretischen Unterricht effizient unterstützen. Digitalisierung wird damit zu einem zentralen Bestandteil der Ausbildungsphilosophie von SKYGATE.

 

Der Standort Salzburg ist gleichzeitig Stärke und Nische. Wie weit reicht der Einzugsbereich heute, und gibt es Überlegungen, geografisch zu expandieren?
Salzburg ist aus unserer Sicht ein idealer Standort für die Ausbildung zukünftiger Airlinepilot:innen. Im Herzen Europas gelegen, umfasst das aktuelle Einzugsgebiet Bewerber:innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Südtirol.

Im Gegensatz zu vielen Flugschulen, die auf kleineren Regionalflugplätzen angesiedelt sind, profitiert SKYGATE vom Standort am internationalen Flughafen Salzburg. Dieser bietet optimale Trainingsbedingungen für angehende Airlinepilot:innen.

Auch die geografische Lage stellt einen wesentlichen Vorteil dar: Die Alpen im Süden ermöglichen anspruchsvolles Alpentraining, während das nördliche Flachland selbst bei schwierigen Wetterbedingungen ideale Trainingsmöglichkeiten bietet.

Darüber hinaus bietet Salzburg während der zweijährigen Ausbildungsdauer ein außergewöhnlich attraktives Lebensumfeld mit hoher Lebensqualität, ausgezeichneter Infrastruktur sowie umfangreichen Sport-, Freizeit- und Kulturmöglichkeiten.

Derzeit erfolgt die Ausbildung in deutscher Sprache. Da sämtliche Lehrunterlagen bereits auf Englisch verfügbar sind, könnte die Ausbildung kurzfristig vollständig auf Englisch umgestellt werden, wodurch sich das Einzugsgebiet auf ganz Europa erweitern ließe. Angesichts von bereits heute über 1.000 Bewerber:innen jährlich aus der DACH-Region besteht derzeit jedoch keine Notwendigkeit für eine geografische Expansion.

 

Was soll in fünf Jahren anders sein — und wie würde Erfolg für SKYGATE 2030 konkret aussehen?

Bis 2030 soll SKYGATE:

  • die bestehende Schulungsluftfahrzeugflotte umfassend modernisiert haben,
  • eine der größten Flugschulflotten Europas betreiben,
  • ein modernes Flugsimulator-Ausbildungszentrum etabliert haben,
  • zukunftsweisende eLearning-Technologien vollständig in die theoretische Ausbildung integriert haben,
  • sowie zu den führenden europäischen Ausbildungszentren für Airlinepilot:innen zählen.

Langfristiges Ziel ist es, für renommierte Fluggesellschaften, Frachtflugunternehmen und Businessjet-Betreiber der bevorzugte Ausbildungspartner für hochqualifizierte Pilot:innen zu sein.

SKYGATE soll künftig in der Lage sein, Airlines nicht nur hervorragend ausgebildete Pilot:innen bereitzustellen, sondern diesen auch eine definierte Anzahl an Absolvent:innen mit klar definiertem Qualitätsniveau garantieren zu können. Eine derartige Positionierung ist im europäischen Flugschulmarkt derzeit nahezu einzigartig.

 

Die Luftfahrtbranche befindet sich im Wandel und mit ihr die Anforderungen an die Ausbildung zukünftiger Pilot:innen. SKYGATE verfolgt dabei einen klaren Ansatz: moderne Technologien, hohe Ausbildungsqualität und ein skalierbares Ausbildungssystem miteinander zu verbinden. F

 

ür Investor:innen eröffnet sich damit die Möglichkeit, an einem Unternehmen zu partizipieren, das von langfristigen Entwicklungen im internationalen Luftfahrtmarkt profitieren möchte und seine Kapazitäten gezielt ausbauen will.


René Kötting

Beitrag von

René Kötting

in Emissionsnews DE