Kurier.at Interview vom 21.01.26 mit Dr. Marion Noe, Gründerin ProFem

Neue Creme aus Österreich: Hoffnung für Millionen Frauen mit chronischem Scheidenpilz 

Chronischer Scheidenpilz ist für viele Frauen ein Tabuthema. Dabei betrifft er weltweit Millionen und kann Körper und Psyche stark belasten. Eine neue österreichische Studie liefert nun vielversprechende Ergebnisse: Eine innovative Creme könnte die Behandlung von chronischen Scheidenpilzinfektionen grundlegend verändern. 

 

Scheidenpilz – weit verbreitet, oft unterschätzt
Rund 75 Prozent aller Frauen erkranken mindestens einmal im Leben an einer Scheidenpilzinfektion. Auslöser sind meist Candida-Hefepilze, die eigentlich ein natürlicher Bestandteil der vaginalen Schleimhaut sind. 

„Normalerweise sind diese Pilze friedliche Mitbewohner“, erklärt die Gynäkologin Dr. Marion Noe. Erst wenn das Gleichgewicht gestört wird wie etwa durch Stress, Antibiotika, hormonelle Veränderungen oder ein geschwächtes Immunsystem, kann es zu einer Infektion kommen. 

Auch eine Schwangerschaft, die zweite Zyklushälfte oder Geschlechtsverkehr können Auslöser sein. Im englischsprachigen Raum wird Scheidenpilz deshalb sogar als „honeymoon disease“ bezeichnet. 

 

Wenn Scheidenpilz chronisch wird
Typische Symptome sind: 

  • starkes Jucken und Brennen 
  • Wundgefühl in der Scheide 
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Sex 

Wichtig: Ausfluss allein ist kein verlässliches Anzeichen für Scheidenpilz. 

Während akute Infektionen meist gut mit Cremes oder Zäpfchen behandelbar sind, kommt es bei manchen Frauen immer wieder zu Rückfällen. Von chronischem Scheidenpilz spricht man, wenn die Infektion mehrmals pro Jahr auftritt. Etwa fünf Prozent aller Frauen sind betroffen. Das entspricht rund 150 Millionen Frauen weltweit. 

 

Warum herkömmliche Therapien oft nicht ausreichen
Bei chronischen Verläufen werden häufig Antipilz-Tabletten wie Fluconazol eingesetzt. Das Problem:
Diese Medikamente hemmen zwar das Pilzwachstum, beseitigen aber nicht die zugrunde liegende Entzündung. „Sobald man das Medikament absetzt, kommt oft der nächste Rückfall“, erklärt Noe. Die Schleimhaut bleibt gereizt und es bietet sich ein idealer Nährboden für erneute Infektionen. 

 

Ein neuer Therapieansatz aus Österreich
Genau hier setzt ein neues Kombinationspräparat an, das von Noes Unternehmen ProFem entwickelt wird. 

Die Besonderheit: 

  • Clotrimazol (bewährtes Antipilzmittel) 
  • Diclofenac (entzündungshemmender Wirkstoff) 

Diese Kombination bekämpft nicht nur den Pilz, sondern auch die chronische Entzündung der Vaginalschleimhaut. Dadurch kann sich der Pilz schlechter anheften und ins Gewebe eindringen. 

 

Vielversprechende Studienergebnisse
In einer klinischen Phase-III-Studie zeigte die Creme beeindruckende Resultate: 

  • Rückfallrate vor der Studie: durchschnittlich 6 Infektionen pro Jahr 
  • Rückfallrate nach der Behandlung: 0,5 Infektionen pro Jahr 

Das entspricht nur einer Infektion alle zwei Jahre. Dieser Wert liegt im Normalbereich. 

 

Mehr als ein körperliches Problem: Die psychische Belastung
Chronischer Scheidenpilz wirkt sich massiv auf die Lebensqualität aus. In der Studie berichteten viele Frauen über: 

  • Einschränkungen im Alltag 
  • Probleme in Partnerschaft und Sexualleben 
  • reduzierte Mobilität und soziale Isolation 

Besonders alarmierend: 50 Prozent der Patientinnen litten unter Depressionen oder Angstsymptomen. Mit erfolgreicher Behandlung gingen diese psychischen Belastungen deutlich zurück. 

 

Wann kommt das neue Medikament?
Die Studienergebnisse werden in Kürze veröffentlicht. Die Markteinführung ist derzeit in Vorbereitung.  


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