Inside Übergossene Alm: 10 Fragen an Wolfgang Burgschwaiger
Zwischen Tradition, Verantwortung und Zukunftsinvestition.
Mit über 60 Jahren Familiengeschichte steht das Übergossene Alm Resort für Kontinuität und Weiterentwicklung im alpinen Tourismus. Mit der geplanten Wellness-Erweiterung und der begleitenden Anleiheemission öffnet sich das Unternehmen nun auch für Investor:innen – und lädt dazu ein, Teil dieses nächsten Entwicklungsschritts zu werden.
Im Gespräch gibt Wolfgang Burgschwaiger, Hotelier und geschäftsführender Gesellschafter, Einblicke in unternehmerische Entscheidungen, persönliche Beweggründe und die Vision hinter der Weiterentwicklung des Resorts.
Wolfgang, über 60 Jahre Familiengeschichte – was macht dich heute am meisten stolz, wenn du auf die Entwicklung der Übergossenen Alm blickst?
Am meisten erfüllt es mich, wenn ich sehe, dass unsere Gäste über viele Jahre hinweg wiederkommen. Es gibt Familien, die wir schon über Generationen begleiten dürfen. Man erlebt, wie Kinder bei uns aufwachsen – und irgendwann selbst mit ihren eigenen Kindern wiederkommen, hier vielleicht sogar heiraten oder besondere Momente ihres Lebens feiern. Diese langfristigen Beziehungen und das Vertrauen, das dahintersteht, machen mich wirklich stolz.
Tourismus ist stark von äußeren Faktoren abhängig – von Wetter bis Wirtschaft. Wie gehst du mit dieser Unsicherheit unternehmerisch um?
Natürlich bringt unsere Branche immer eine gewisse Unsicherheit mit sich. Für mich ist deshalb wichtig, den Fokus auf die eigenen Stärken zu legen. Gute Zusammenarbeit – im Team, mit Partnern und mit unseren Gästen – ist dabei entscheidend. Und vor allem braucht es den festen Glauben an die Zukunft und daran, dass wir gemeinsam etwas Wertvolles schaffen können.
Ihr investiert 6,8 Millionen Euro in den Wellness-Ausbau. War das für dich eine emotionale Entscheidung oder eine rein strategische?
Es ist tatsächlich beides. Emotional, weil ich in unserem Hallenbad selbst schwimmen gelernt habe – und viele Jahre später auch mein Sohn. Da hängen natürlich viele Erinnerungen dran. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass es in die Jahre gekommen ist. Strategisch ist der Ausbau deshalb ein wichtiger Schritt: Mit einem größeren Wellnessbereich werden wir unabhängiger von Wetter und Schneelage, können die Saison verlängern und über das Jahr hinweg eine ausgeglichenere Auslastung erreichen.
Mit 30.000 bis 35.000 Nächtigungen im Jahr erreicht ihr viele Menschen. Was sollen Gäste fühlen, wenn sie wieder abreisen?
Am schönsten ist es, wenn Gäste mit dem Gefühl nach Hause fahren: Wir kommen wieder. Wenn sie bei uns Zeit miteinander erlebt haben, die ihnen gutgetan hat und an die sie gerne zurückdenken.
Familien sind euer Kernsegment. Wo merkst du, dass sich die Erwartungen dieser Zielgruppe in den letzten Jahren verändert haben?
Der Anspruch ist definitiv gestiegen. Das merkt man auch im eigenen Familienalltag. Wenn wir mit Moritz unterwegs sind, sehen wir selbst, worauf man als Familie achtet. Ein Hotel muss heute mehr bieten als früher – und zwar nicht nur für Kinder. Auch die Eltern möchten sich wohlfühlen, entspannen und ihre Zeit genießen können.
Ihr sprecht von „echter Wir-Zeit“. Was bedeutet das für dich persönlich – auch abseits von Marketingbegriffen?
Für mich bedeutet das ganz einfache Dinge: gemeinsam frühstücken, ohne auf die Uhr zu schauen. Einen Spaziergang machen und dabei wirklich miteinander reden. Oder abends bei einem guten Glas Wein zusammensitzen und den Tag ausklingen lassen. Es sind diese Momente, in denen man den Alltag ein Stück hinter sich lässt und sich ganz aufeinander einlässt.
Der Wettbewerb im alpinen Raum ist groß. Was unterscheidet euch aus deiner Sicht wirklich – jenseits von Lage und Infrastruktur?
Zum einen ist es unser Name und die Sage der Übergossenen Alm, die untrennbar mit dem Hochkönig verbunden ist. Diese Geschichte und die besondere Lage hier am Berg geben unserem Haus eine ganz eigene Identität. Und zum anderen ist es unser Team. Jede einzelne Mitarbeiterin und jeder einzelne Mitarbeiter ist Gastgeber mit Herz – und genau das spüren unsere Gäste.
Große Investitionen bedeuten auch Risiko. Was hat dich letztlich überzeugt, diesen Schritt jetzt zu gehen?
Am Ende war es das Vertrauen vieler Menschen. Das Vertrauen unserer Bank, das Vertrauen von CONDA, das Vertrauen unserer Gäste – und auch das Vertrauen innerhalb unseres Teams. Dazu kommt eine gemeinsame Vision, wohin sich die Übergossene Alm in Zukunft entwickeln soll.
Ihr öffnet euch mit der Anleihe für Investor:innen. Warum ist es dir wichtig, Menschen nicht nur als Gäste, sondern auch als Mitgestalter:innen zu gewinnen?
Weil dadurch eine noch stärkere Verbindung entsteht. Es geht nicht nur um eine finanzielle Beteiligung, sondern auch um Vertrauen und emotionale Bindung. Menschen werden ein Stück weit Teil der Geschichte und der Zukunft der Übergossenen Alm.
Wenn du in sieben Jahren zurückblickst – was müsste passiert sein, damit du sagst: Genau dafür hat sich dieser Weg gelohnt?
Zum einen natürlich eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Aber genauso wichtig ist mir, dass der Umbau für unsere Gäste spürbare und nachhaltige Erlebnisse schafft – Momente, die berühren und in Erinnerung bleiben.
Das Gespräch mit Wolfgang Burgschwaiger zeigt klar: Die geplante Investition ist mehr als eine bauliche Erweiterung. Sie ist Ausdruck einer langfristigen Strategie, die darauf abzielt, das Resort unabhängiger von externen Faktoren zu machen, die Auslastung über das Jahr hinweg zu stabilisieren und die Position im Premiumsegment weiter auszubauen.
Gleichzeitig bleibt das Unternehmen seiner Herkunft treu – als familiengeführter Betrieb mit starker regionaler Verwurzelung und einem klaren Fokus auf Gästeerlebnis und Qualität.
Für Investor:innen eröffnet die nachrangige Anleihe die Möglichkeit, an dieser Weiterentwicklung teilzuhaben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich um eine unternehmerische Veranlagung mit Risiken handelt, einschließlich eines möglichen Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.
Deutsch
