Inside MYGYM: 10 weitere Fragen an Conny Hörl

MYGYM zählt seit Jahren zu den innovativsten Fitnessanbietern im deutschsprachigen Raum. Mit einem klar digitalisierten Geschäftsmodell, wachsender Marktpräsenz und konsequenter Expansionsstrategie hat sich das Unternehmen als feste Größe in der Branche etabliert. Nach einer erfolgreichen ersten Finanzierungsrunde startet MYGYM nun eine zweite Emission über CONDA Capital Market – mit dem Ziel, Wachstum weiter zu beschleunigen und die technologische Entwicklung konsequent voranzutreiben.

Im Gespräch gibt Conny Hörl Einblicke in die Hintergründe der neuen Finanzierung, spricht über erreichte Meilensteine seit der ersten Runde und erklärt, welche Rolle Trends wie Longevity, KI und neue Trainingsformate für die Zukunft von MYGYM spielen. Außerdem verrät sie, warum das Unternehmen strategisch in Clustern denkt – und weshalb MYGYM auch aus Investorensicht ein besonders spannendes Modell bleibt.

Conny, MYGYM startet eine zweite Finanzierungsrunde auf CONDA Capital Market. Warum gerade jetzt – und was ist der konkrete Hintergrund dieser Entscheidung?
2026 ist mit voller Dynamik gestartet: Mehrere neue Cluberöffnungen – unter anderem in Wien und Oberösterreich – stehen unmittelbar bevor. Die erste Finanzierungsrunde hat uns gezeigt, dass unsere Mitglieder nicht nur trainieren wollen, sondern Teil unserer Entwicklung sein möchten. Dieses Vertrauen und diese Beteiligungsbereitschaft sind für uns Ansporn, jetzt den nächsten Schritt zu gehen. Wir haben viel vor – und wir setzen es konsequent um.

In der ersten Runde war das Ziel, die regionale Marktführerschaft zu stärken. Was konntet ihr mit dem bisherigen Kapital bereits umsetzen – und worauf seid ihr besonders stolz?
Wir haben unsere bestehenden Clubs spürbar auf ein neues Qualitätsniveau gehoben: modernisierte Saunabereiche, eine hochdigitalisierte Trainingsarea im MYGYM Süd und die komplette Sanierung des Wellnessbereichs im MYGYM West sind nur einige Beispiele. Vieles konnten wir aus eigener Kraft stemmen – die Crowdfinanzierung hat uns jedoch ermöglicht, Projekte schneller und konsequenter umzusetzen und gleichzeitig die Expansion für 2026 vorzubereiten. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir Qualität und Wachstum parallel realisieren konnten.

Wofür werden die neuen Mittel konkret verwendet? Geht es rein um Standortausbau – oder auch um technologische Weiterentwicklung?
2026 stehen konkrete Neueröffnungen an: Zwei Standorte in Oberösterreich sind fixiert. In Wien planen wir ein HYROX Performance Center powered by MYGYM und stehen kurz vor Abschluss der Mietverhandlungen. Die Exklusiv-Lizenz für Wien und Salzburg haben wir uns bereits gesichert – Salzburg folgt, sobald die passenden Flächen gefunden sind.

Parallel treiben wir die technologische Weiterentwicklung massiv voran. Unser KI-Coach ist live und wird täglich besser. Zudem entwickeln wir ein Boutique-Studio-Konzept: kleine, hochautomatisierte Einheiten in Innenstadt- oder Wohnlagen, die weitgehend personalfrei funktionieren. Dafür braucht es ein durchdachtes technologisches Fundament – und genau daran arbeiten wir mit Nachdruck.

MYGYM steht für Digitalisierung in der Fitnessbranche. Welche technologischen Innovationen sind aktuell in Planung – und wie sichern sie eure Position als Branchenvorreiter?
Unser Ziel ist Flächendeckung – aber nicht jeder Standort trägt ein großes Studio. Das Boutique-Konzept schließt diese Lücken. Damit es wirtschaftlich funktioniert, müssen Prozesse, Steuerung und Nutzererlebnis perfekt zusammenspielen. Die technologischen Voraussetzungen dafür sind komplex – wir sind hier jedoch bereits sehr weit.

Zentral bleibt unsere „Connecting-the-dots“-Philosophie: Wir vernetzen die Systeme führender Branchenpartner miteinander – von Diagnostik (z.B. seca) über KI-gestützte Trainingsplanung (egym Hub) bis hin zu Zutritts-, Automaten- und Steuerungssystemen. Für unsere Mitglieder entsteht daraus ein „alles aus einer Hand“-Erlebnis – konkret: alles über die MYGYM App. Im Hintergrund laufen hochkomplexe Schnittstellen. Für den Betreiber sind sie entscheidend, für den Kunden wirken sie selbstverständlich. Genau dort entsteht echter Wettbewerbsvorteil.

Ihr sprecht oft von „Cluster-Wachstum“ – was bedeutet das genau, und wie sieht die Expansionsstrategie für Österreich und Deutschland aus?
Der Wert einer Fitnesskette entsteht nicht allein durch Qualität, sondern durch Struktur. Ein einzelnes Studio ist begrenzt skalierbar – ein regionales Cluster schafft Synergien in Marketing, Personal, Einkauf und Facility Management. Wer eine Region strategisch besetzt, wird auch für Investoren relevant.

Salzburg ist unser stärkstes Cluster. Von dort expandieren wir gezielt Richtung Oberösterreich – Mondsee ist bereits ein wichtiger Anker. Auch Süddeutschland ist perspektivisch interessant. Und Wien wird langfristig kein Einzelstandort bleiben. Wir denken immer in regionalen Ökosystemen, nicht in Solitären.

Fitness- und Gesundheitsthemen verändern sich rasant. Welche Megatrends – wie Longevity, Mental Health oder AI im Training – beeinflussen eure Strategie aktuell am stärksten?
Longevity ist kein Hype, sondern eine strukturelle Entwicklung. Die zentrale Frage lautet: Wie bleiben wir gesund und leistungsfähig bis ins hohe Alter? Krafttraining ist dabei kein Zusatz, sondern Fundament – und genau hier liegt unsere Kernkompetenz.

HYROX trifft den Nerv der Zeit, weil es Community, Wettbewerb und messbare Leistung verbindet. Das kannten wir bis dato vor allem von Lauf-Events, jetzt gibt es endlich ein Format, das Kraft- und Ausdauerskills vereint und bei dem die einzelnen Übungen technisch so einfach sind, dass sie jeder ausführen kann. Hyrox ist unserer Meinung nach gekommen, um (erstmal) zu bleiben, daher werden wir uns hier ganz stark den den HPCs (Hyrox Performance Center) positionieren

Mental Health gewinnt ebenfalls an Gewicht. Formate wie Yoga, Meditation oder Breathwork werden stärker nachgefragt. Für Premium-Anbieter liegt hier echtes Differenzierungspotenzial.

Und KI? Kein Trend – sondern Zukunft. Wer als Fitnessanbieter KI-gestützte Prozesse ignoriert, wird den Anschluss verlieren. Unser KI-Coach begleitet das gesamte Cluberlebnis. Für die Trainingssteuerung arbeiten wir mit starken Partnern wie egym. Technologie ist für uns kein Add-on, sondern Infrastruktur.

Die MYGYM App ist für viele eurer Mitglieder der digitale Einstieg ins Training. Wie entwickelt ihr das digitale Erlebnis weiter, um langfristige Kundenbindung zu fördern?
Die MYGYM App ist das digitale Herzstück unseres Systems. Sie bündelt Trainingsplanung, Diagnostik, Kursangebote, Mitgliedschaftsverwaltung und Motivation in einem Interface. Der KI-Coach ist vollständig integriert.

Mittelfristig übernimmt er eine noch stärkere Assistentenrolle: Termine buchen, Fragen beantworten, Zahlungen verwalten, Trainingsfrequenz im Blick behalten, Ziele nachjustieren. Technisch ist vieles bereits möglich – jetzt geht es um Feinschliff und Akzeptanz. Wie ein Mitarbeiter, der noch lernt, aber enormes Potenzial hat.

Unser Anspruch ist klar: Das digitale Erlebnis muss sich genauso hochwertig anfühlen wie das Training selbst.

Was unterscheidet MYGYM – als Investment – von klassischen Fitnessketten oder anderen Franchise-Systemen? Warum ist MYGYM aus Investorensicht besonders attraktiv?
MYGYM ist kein Start-up mit einer Idee auf dem Papier, sondern ein gewachsenes Unternehmen mit über 30 Jahren Erfahrung und 20 operativ erfolgreichen Clubs. Wir wachsen aus eigener Kraft und setzen Expansion nur dort um, wo sie wirtschaftlich tragfähig ist. Diese unternehmerische Disziplin hat uns über Jahrzehnte stabil gemacht.

Gleichzeitig entwickeln wir unser System strategisch weiter: Unsere Technologie ist bereits in 250 Studios im Einsatz, ein wachsender Teil davon trägt die Marke MYGYM. Genau dieser Bereich wird in den kommenden Jahren gezielt ausgebaut. Neben dem laufenden Betrieb entsteht so Schritt für Schritt ein stärkeres, skalierbares Netzwerk mit wiederkehrenden Einnahmen.

Unsere Investoren investieren also in reale, funktionierende Standorte – profitieren aber gleichzeitig von einer Struktur, die mit jedem neuen Partner an Kraft gewinnt.

Und vielleicht das Wichtigste: Hinter MYGYM stehen keine anonymen Fonds, sondern wir als Unternehmerfamilie. Viele unserer Investoren kennen uns persönlich. Sie wissen, dass wir langfristig denken, wirtschaftlich handeln und Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig wächst innerhalb unserer Organisation ein starkes, junges Führungsteam heran, das Verantwortung übernimmt und neue Impulse setzt. So verbinden wir Erfahrung mit Zukunft.

Kurz gesagt: Man investiert in ein Unternehmen, das operativ verdient – und sich strukturell weiterentwickelt.

In vielen Märkten geraten klassische Studios unter Druck. Was macht MYGYM widerstandsfähig – sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf gesellschaftliche Veränderungen?
In den letzten 30 Jahren haben wir viele Höhen und Tiefen erlebt. Wir haben ein unglaubliches Maß an Resilienz entwickelt. Man könnte sagen: uns wirft nichts mehr so leicht um. Nicht einmal die Pandemie, die eine wahre Belastungsprobe für die Branche war. Wir sind gestärkt daraus hervorgegangen und konnten uns enorm weiterentwickeln. Dabei hilft uns die langjährige Erfahrung. Wir haben so viel erlebt, so viele Krisen gemeistert und viele Learnings daraus mitgenommen, dass wir jetzt daraus schöpfen können.

Doch unsere wahre Macht liegt in unseren Netzwerken, die wir über die vielen Jahre aufbauen konnten. Wir kennen die Branche in- und auswendig und arbeiten mit vielen Vertretern sehr eng zusammen. Wenn sich irgendeine Entwicklung auftut, wissen wir davon. Christian Hörl ist als Branchensprecher nicht nur österreichweit, sondern auch innerhalb von Europa bestens vernetzt. Als Mitglied der Expertenallianz für Gesundheit e.V. arbeiten wir eng mit den besten Sport- und Ernährungswissenschaftlern im deutschsprachigen Raum zusammen. Dadurch haben wir immer Zugriff auf die neuesten Studien und Erkenntnisse. Das hilft uns auch bei, politisch Einfluss zu nehmen. Wir arbeiten daran, die Fitnessbranche als unersetzlichen Partner innerhalb des Gesundheitssystems zu positionieren. Denn Fitnesstraining ist systemrelevant.

Zum Schluss: Welche Vision treibt euch in den nächsten fünf Jahren an? Was dürfen Investor:innen und Mitglieder in Zukunft von MYGYM erwarten?
Wachstum! Die nächsten fünf Jahre stehen im Zeichen der Skalierung. Wir haben Konzepte entwickelt, Strukturen gebaut, Systeme vernetzt – jetzt geht es um Expansion.

Unsere Vision ist Flächendeckung: Jeder soll ein MYGYM in erreichbarer Nähe haben – ob Flagship-Club oder Boutique-Standort. Dabei müssen wir nicht jeden Club selbst betreiben. Unser Ziel ist ein starkes Franchise-System mit unternehmerisch denkenden Partnern, die wirtschaftlich erfolgreich sind – und Mitgliedern, die bleiben, weil Qualität, Community und Technologie stimmen.


Karin Turki

Beitrag von

Karin Turki

in Emissionsnews DE