Inside Eternal Power Wasserstoff: 10 Fragen an Dr. Moritz Schwencke
Grüner Wasserstoff gilt als Schlüsseltechnologie für die Energiewende – doch wie wird aus politischer Vision ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell? Eternal Power entwickelt integrierte Wasserstoffprojekte für Industrie, Mobilität und Energieversorgung und positioniert sich früh in einem Markt mit starkem Wachstumspotenzial.
Im Interview gibt Dr. Moritz Schwencke, Co-Founder & CEO von Eternal Power, Einblicke in die Projektstrategie, technologische Entscheidungen und erklärt, warum gerade jetzt ein attraktiver Zeitpunkt ist, in grünen Wasserstoff zu investieren.
1. Was hat euch damals überzeugt, dass grüner Wasserstoff mehr ist als nur ein politisches Buzzword?
Grüner Wasserstoff und seine Derivate sind notwendig, um Sektoren, die schwer zu dekarbonisieren sind, CO₂-neutral mit Energie zu versorgen – etwa den Langstreckenflugverkehr, die Schifffahrt sowie die Stahl- und Chemieindustrie. Grüner Wasserstoff ist damit zentral, um unsere Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.
2. Viele reden über Wasserstoff – ihr entwickelt konkrete Projekte. Was macht Eternal Power in der Umsetzung anders als der Rest des Markts?
Grüner Wasserstoff ist im Vergleich zu Wind- oder Solarenergie eine vollständig neue Technologie im Bereich der Erneuerbaren. Grüne Moleküle erfordern eine funktionierende Lieferlogistik: Sie müssen Abnehmern zugeordnet, vertraglich abgesichert und über geeignete Infrastruktur transportiert werden.
Eternal Power positioniert sich so, dass wir die Upstream- und Downstream-Wertschöpfungskette ganzheitlich denken, abdecken und Lösungen entwickeln – beispielsweise durch Abnahme-Vorverträge.
Darüber hinaus adressiert Eternal Power den zentralen Engpass der grünen Wasserstoffwirtschaft: die Massenproduktion von grünem Wasserstoff zu sinkenden und wettbewerbsfähigen Kosten, um schwer zu dekarbonisierende Industrien wie Stahl, Chemie, Schifffahrt und Luftfahrt CO₂-neutral mit grünen Molekülen zu versorgen.
Damit folgt Eternal Power der Kostenführerschaftsstrategie nach Michael Porter in einem künftig gigantischen Wasserstoffmarkt von über 1.400 Milliarden Euro weltweit – davon über 45 Milliarden Euro in Deutschland, was rund 20 % der Primärenergie entspricht.
3. Ihr seid technologieoffen unterwegs. Warum ist genau das ein Vorteil – gerade aus Investor:innen-Sicht?
Der Markt für grünen Wasserstoff und Derivate ist noch sehr jung. In Deutschland sind bislang erst rund 300 MW Elektrolyseurleistung installiert. Da sich die technologische Entwicklung noch am Anfang befindet und erhebliche Effizienzsteigerungen sowie Kostensenkungen zu erwarten sind – sowohl bei Elektrolyseuren als auch im Gesamtsystem –, ist Technologieoffenheit strategisch sinnvoll.
Zusammengefasst gilt: Die Anforderungen eines konkreten Projekts sollen die technologische Lösung definieren – nicht umgekehrt.
4. Eure Projekte sind keine Einzelanlagen, sondern integrierte Wasserstoff-Hubs. Was heißt das konkret – und warum ist das wirtschaftlich spannend?
Eternal Power verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Ein konkretes Beispiel: Elektrolyseure erzeugen Abwärme, die potenziell weiterverwendet werden kann, etwa für Heizzwecke. Auch der bei der Elektrolyse entstehende Sauerstoff ist ein nutzbares Nebenprodukt. Diese integrierte Betrachtung steigert die Effizienz und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Projekte.
5. Projektentwicklung klingt abstrakt. Ab wann entsteht bei euren Projekten echter Wert, der für Investor:innen relevant ist?
Durch den Regierungsbeschluss aus Dezember 2025 zur Umsetzung der RED-III-Anforderungen erwarten wir ab 2026 und in den Folgejahren einen starken Nachfrageimpuls für grünen Wasserstoff – insbesondere aus Raffinerien und der Logistik. Die Nichterfüllung regulatorischer Vorgaben soll künftig mit hohen Strafzahlungen verbunden sein.
Das steigert bereits heute das Interesse potenzieller Investor:innen an Eternal Power – sowohl auf Holding- als auch auf Projektebene.
Konkret sehen wir in der FEED-Phase (Front End Engineering Design) einen geeigneten Zeitpunkt für Partnerschaftsgespräche mit Co-Investor:innen, die bereits seit 2024 laufen.
Seit der Gründung setzt Eternal Power zudem auf starke Partner mit tiefem Energie-Know-how, etwa ITM Power. Diese Gespräche laufen kontinuierlich und werden auch 2026 weitergeführt und zu positiven Ergebnissen führen.
6. Ihr plant, euch langfristig an Projekten zu beteiligen und einen Independent Hydrogen Producer aufzubauen. Warum ist dieser Schritt strategisch so wichtig?
Zum einen bauen wir dadurch umfassendes Know-how auf und können Entwicklung und Umsetzung Schritt für Schritt optimieren – Stichworte sind hier „Pilotanlagen“ und „Plant-as-a-Product“.
Zum anderen werden zukünftige Erlöse aus der Produktion grüner Moleküle unsere Gewinn- und Verlustrechnung stabilisieren. Im Vergleich zu reinen Projektentwicklern, die Projekte bei Baureife verkaufen, erwarten wir dadurch weniger Schwankungen in unseren Finanzkennzahlen.
7. Neben Wasserstoff spielt auch E-Methanol eine Rolle. Warum denkt ihr das Thema bewusst weiter – und was bedeutet das fürs Ertragspotenzial?
Die Logistik von Wasserstoff ist komplex, insbesondere wenn Projekte – anders als etwa in Dummerstorf – nicht an eine zukünftige H₂-Pipeline angebunden sind. In solchen Fällen planen wir bewusst die Produktion verschiffbarer Derivate wie Methanol oder Ammoniak.
Grünes Methanol wird unter Nutzung von biogenem CO₂ hergestellt und kann als Schiffstreibstoff oder als Vorprodukt für eSAF (Sustainable Aviation Fuel) eingesetzt werden. Damit eröffnen sich zusätzliche Absatzmärkte und Ertragspotenziale.
8. Der europäische Wasserstoffmarkt steht noch am Anfang. Wo positioniert ihr euch – und welche Rolle wollt ihr mittelfristig einnehmen?
Unser strategisches Ziel ist der Aufbau eines großen, integrierten Massenherstellers mit starken Partnerschaften. Das Unternehmen soll die notwendige Größe erreichen, um einen entstehenden Großmarkt gemeinsam mit anderen Akteuren bedienen zu können.
Nach Michael Porter ist Größe zudem eine zentrale Voraussetzung, um Produktionskosten signifikant zu senken. Für diesen Ansatz wurde Eternal Power von der Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises als „Pionier“ und „Impulsgeber“ ausgezeichnet und erhielt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 im Sektor Brennstoffindustrie.
9. Wofür setzt ihr das Kapital aus der aktuellen Emission konkret ein – und welche Meilensteine wollt ihr in den nächsten drei Jahren erreichen?
Das Kapital dient dem weiteren Aufbau von Eternal Power, insbesondere der Entwicklung des Projekts Dummerstorf in Mecklenburg-Vorpommern. Mit einer geplanten Leistung von 80 bis 380 MW zählt es zu den größten Wasserstoffprojekten Deutschlands.
Eine detaillierte Beschreibung des Mitteleinsatzes findet sich in der Anlagebroschüre im Reiter "Dokumente".
10. Warum ist jetzt der richtige Moment, bei Eternal Power einzusteigen – und nicht erst, wenn Wasserstoff „Mainstream“ ist?
Investor:innen unterstützen mit ihrem Investment einen Pionier der Wasserstoffwirtschaft auf dem Weg in den „Fast Track der Dekarbonisierung“, den Eternal Power aktiv mitgestaltet.
Gleichzeitig profitieren sie wirtschaftlich von einer attraktiven Rendite bei einem aus unserer Sicht ausgewogenen Risiko-Rendite-Profil.
Der Markt für grünen Wasserstoff steht noch am Anfang – doch regulatorische Vorgaben, steigende Nachfrage aus Industrie und Logistik sowie technologische Fortschritte sorgen für Rückenwind.
Eternal Power positioniert sich als integrierter Projektentwickler und zukünftiger Produzent in einem der wichtigsten Energiemärkte der kommenden Jahrzehnte.
Deutsch
